Heft 3/16: Bild der Frau* – Konstruktionen. Normierung. Gewalt

cover_3_2016Anfang des Jahres, als wir zu diesem Schwerpunkt aufriefen, war Sexismus in aller Munde. Auf die Silvesternacht in Köln und die dort geschehenen Übergriffe folgte, zumeist in den „Mainstream“-Medien, eine haarsträubende Berichterstattung.  Für die ForumRecht-Redaktion ist das Thema jedoch komplexer, Zeit für ein passendes Heftthema. Auch die Vielzahl der Einsendungen – diese Ausgabe hat 20 Seiten Überlänge – zeigt, wieviel es zum Thema „Geschlecht“ zu sagen gibt.

Berit Völzmann leitet den Schwerpunkt auf den Seiten 80 bis 85 mit ihrem Artikel zu Sexismus in der Werbung ein. Sie konstatiert, dass sich der Sexismus einer Gesellschaft auf besondere Art in den Medien zeigt und geht der Frage nach, wie dem rechtlich begegnet werden kann. Ähnlich setzen Juliane A. Ahrens und Annemarie Aumann an: Sie nehmen in ihrem Artikel, Seite 86 bis 88, einen Werbespot zum Anlass um über die ungenügende Rechtslage für erkrankte „Vollzeit-Mütter“ zu sprechen. Es folgt ein Artikel von Michelle Dörlemann über geschlechtsbasierte und sexualisierte Gewalt in der demokratischen Republik Kongo. Sie erläutert auf den Seiten 89 bis 93 die aktuelle und historische Entwicklung und zeigt   auf, wie verwoben sexuelle Gewalt mit Konflikten und dem Recht in diesem Land sind. Christian Berger und Nicole Zilberszac erweitern den Schwerpunkt mit einem rechtstheoretischen Artikel zu feministischer Rechtskritik. Auf den Seiten 94 bis 98 beleuchten sie inwieweit das Recht vom Geschlecht normiert wird und  inwieweit das Recht Geschlecht normiert.

Ab Seite 99 geben Anne Pertsch und Michael Bader in ihrem Artikel einen Überblick über feministische Perspektiven auf Sexarbeit, ihre rechtliche Regulierung und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Daran anschließend führt Sonja Dolinsek auf den Seiten 104 bis 107 in das Konzept der „Politiken des Handelns“ ein und analysiert die aktuelle Prostitutionspolitik.

Den Schwerpunkt schließt ein Kongressbericht von Seite 108 bis 109 vom AK „zu Recht“ zu dem Kongress „SCHLECHT und Gerecht – Sexismus im Studium“.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

Eure FORUMRECHT-Redaktion

Heft 2/16: Krisenherd angelassen – Europäische Zustände

for_2_16_titelBereits kurz nach dem Verschicken des Aufrufs fiel uns auf, dass diverse andere Zeitschriften sich mit Europas Krise beschäftigten und damit Titelblätter füllten. Die mehr als tagesaktuelle Brisanz des Themas scheint offensichtlich zu sein. Uns bleibt daher nur, die Artikel des aktuellen Heftes vorzustellen.

Unter der Überschrift „deutsche Zahlungsmoral“ befasst sich Antonia Strecke ab Seite 41 damit, wie Deutschland sich der ökonomischen Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus entzieht und zeigt, dass der selbsternannte „Erinnerungsweltmeister“ spätestens dann auf altbekannte Schlussstrichmentalität und Schuldabwehr zurückfällt, wenn wirtschaftlich relevante Auswirkungen in Aussicht stehen. Auf den Seiten 50 bis 51 beschreibt Pavlos Konstantinidis in dem Artikel „Der Sommer und der Winter“ die soziale Situation in Griechenland und linke Perspektiven unter den Bedingungen herrschender Armutsverwaltung. Sophie Arndt und Conrad Lluis Martell setzen sich ab Seite 56 mit der politischen Situation in Spanien nach der letzten Parlamentswahl auseinander. Diskutiert werden ein mögliches Ende des Zweiparteiensystems und die Perspektiven einer neuen Linkspartei. Katharina Jetzinger beschreibt in „Bedingte Freizügigkeit“ die Rolle des Jobcenters als Teil des Grenzregimes (Seite 52- 55). Wie auf EU-Ebene das Stichwort Terrorabwehr missbraucht wird, um relativ zweckfrei massenhaft Daten zu sammeln, wird von Marius Kühne auf den Seiten 43 bis 45 anhand der Fluggastdatenspeicherung dargestellt. „Herrschaftssicherung durch Freihandelsabkommen“ heißt der Artikel von Ridvan Cifti, welcher am Beispiel von TTIP und CETA zeigt, welche Auswirkungen internationale Handelsabkommen jenseits von „Chlorhühnchen“ und vielgefürchtetem Gen-food haben können (Seite 46-49). Schließlich beschäftigen sich auf den Seiten 60 bis 63 Christian Berger, Maria Ziolkowski und Ute Schreiner in dem Text „Multiple Krisen des Selbst“ mit den wirtschaftspolitischen Hintergründen der aktuellen Krise und deren Auswirkungen auf gesellschaftliche Themen wie das Geschlechterverhältnis.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

Eure FORUMRECHT-Redaktion