Die staatliche Sicherheitspolitik unterliegt einer ständigen Veränderung und Erweiterung. Dabei speist sich die Seite der KritikerInnen aus verschiedensten politischen Zusammenhängen und reicht vom liberalen bis zum linksradikalen Spektrum.
Trotz dieser heterogenen Zusammensetzung haben die Proteste gegen einzelne Maßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung und die Online-Durchsuchung oder die uferlose Anwendung des § 129a Strafgesetzbuch zu einem Auftrieb der Bürgerrechtsbewegung geführt. Damit sind die Gegenstände der Kritik zwar ausgemacht. Weitgehend ungeklärt ist aber, auf welchen theoretischen Grundlagen und mit welcher Zielrichtung Bürgerrechtspolitik stattfinden soll und inwieweit sie Teil einer linken Strategie sein kann. Forum Recht möchte sich daher in dieser Ausgabe im Schwerpunkt mit den Grundlagen und möglichen Ansatzpunkten von Bürgerrechtspolitik auseinandersetzen. Ziel soll es sein, Diskussionen anzuregen, anstatt sich vor inhaltlichen Unterschieden zu verstecken. John Philipp Thurn und Matthias Lehnert hinterfragen liberale Argumentationsmuster in der Bürgerrechtsdebatte und diskutieren das Emanzipationspotenzial des Rechts (S. 117 ff.). Das Verhältnis der neuen Bürgerrechtsbewegung zum Bundesverfassungsgericht kritisiert Ron Steinke (S. 120 ff.). Ein Überblick über alte und neue Bücher zum Thema geben sechs Rezensionen ab S. 123. Ausgehend vom Kongress zur Zukunft der Bürgerrechte im Mai 2008 in Berlin erörtern Peer Stolle und Tobias Singelnstein sodann den Stand der Bürgerrechtsbewegung aus ihrer Sicht (S. 126 f.). Jan Philipp Albrecht gibt Einblicke in die europäische Dimension und plädiert für ein Europa der Bürgerrechte (S. 128 f.). Die Safer Privacy-Kampagne stellt schließlich ihre Strategien gegen staatliche Überwachungsmaßnahmen dar (S. 130 f.).
Wir hoffen, mit diesem Heft die Diskussion bereichern zu können und wünschen eine anregende Lektüre!
Redaktion Forum Recht


