Die Etablierung der gleichgeschlechtlichen Ehe wird häufig als bedeutender Schritt hin zur Gleichstellung queeren Lebens gedeutet. Tatsächlich bedeutet diese jedoch lediglich eine Überführung queerer Personen in traditionalistische Lebensweisen. Dadurch werden heteronormativ-kapitalistische Strukturen verfestigt.
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Aus dem Schwerpunkt
Ein Grund zur Hoffnung? (!)
Von Jana Speicher
Mit der Istanbul-Konvention zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt aus dem Jahr 2011 wurden erstmals völkerrechtlich verbindliche Standards für Opferschutz, Prävention und Strafverfolgung beschlossen. In Deutschland ist auch im Jahre 2025 keine vollständige und effektive Umsetzung erfolgt. Doch gibt es nun eine Hoffnung auf wirksame Hilfen und Präventionsmaßnahmen für alle, die von häuslicher Gewalt betroffen sind? Ändert sich die gesellschaftliche Haltung gegenüber geschlechtsspezifischer Gewalt allein durch das Aufzeigen von Zahlen?
Erbe – nur für „Arier*innen“?
Von Caspar Bauchmüller
Nachdem Jüdinnen*Juden ab 1933 von den Nazis systematisch enteignet worden waren, um sie in ihrer ökonomischen und sozialen Existenz zu vernichten, begann im Westdeutschland der Nachkriegszeit der Versuch eines Aufarbeitungsprozesses. Das „arisierte“ Eigentum der Jüdinnen*Juden bzw. ihrer Nachfahr*innen sollte restituiert werden. Doch der Rückgabeprozess verlief insgesamt unzureichend.
Ein Fundament für feministische Rechtsberatung
Von Jacqueline Christoph
Mitten im vorweihnachtlichen Trubel der Kölner Innenstadt fand vom 6. bis 8. Dezember 2024 das erste Ausbildungswochenende der Feminist Law Clinic statt. Es brachte rund 400 Teilnehmende zusammen, um ein Fundament für kostenlose feministische Rechtsberatung zu legen.
Aus dem Forum
Klimakleber kontra Konzerne
Von Paul Grimm, Cassandra Mattern, Alina Rönnebeck
Die heutige Klimakrise lässt sich maßgeblich auf das Handeln großer Wirtschaftsakteure zurückführen. Aktivist_innen nehmen dies gezielt ins Visier, um die Aufmerksamkeit auf die Ursachen der Klimakatastrophe zu lenken. Der Preis hierfür ist jedoch hoch: Wer Kapitalinteressen angreift, riskiert sich in potenziell ruinösen Gerichtsverfahren wiederzufinden. Gerade in diesem Spannungsfeld obliegt es […]
Nachruf auf Kelly Freygang
Von Kritische Jurastudierende Hamburg
Dies ist ein Nachruf aus dem Kreis der Kritischen Jurastudierenden Hamburg. Es tut weh und schmerzt bitterlich diese Zeilen schreiben zu müssen. Wir trauern um unsere Freundin, Weggefährtin, Kommilitonin und KJS-Mitglied Kelly Freygang. Kelly ist im April dieses Jahres im Alter von 31 Jahren in Südkurdistan (Nordirak) im kurdischen Freiheitskampf […]
Aus der Kategorie PolJus
Aufschwung der Vergesellschaftung
Von Luca Weidmann
In den vergangenen Wochen hat die stadtpolitische Berliner Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ (DWE) vermehrt bundesweite Aufmerksamkeit erhalten. Mitte Juni ließ Markus Söder im Bundesrat verkünden, dass den Ländern vorzuschreiben ist, wie sie zu vergesellschaften haben (BR-Drucks. 380/26). Die Bau- und Finanzminister*innen der Länder nickten ebenso die Vorschläge der […]
Aus der Kategorie Sammelsurium
Der gekränkte Mann als Rechtsgrundlage
Von Jacqueline Christoph
In einer Welt, in der das Gesetz zum Instrument gekränkter Männlichkeit wird, entfaltet sich Anna Herzigs „12 Grad unter Null“ als literarischer Rundumschlag rund um Recht, Macht und Geschlecht. Die Autorin erschafft mit Sandburg einen fiktiven Staat, in dem das Jahr 2024 eine fundamentale Wendung im rechtlichen und gesellschaftlichen Diskurs […]